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bitte beim nächsten mal dhl bemühen!
15.01.09
transportier dich doch selbst! Aufgrund einer kurzen Unaufmerksamkeit meinerseits landete ich letzten Donnerstag in einem großen Berliner Premierenkino, in dem an diesem Abend die neuste Iteration der einigermaßen erfolgreichen Transporter-Reihe gegeben wurde.
Leider hatte ich das bisher nur von Peter Jackson gebrochene Gesetz der Serie und vor allem des Gesetzes des dritten Teils kurz verlegt, das besagt, dass ein dritter Teil NUR aus finanziellen Gründen entsteht.
Was natürlich direkt auf die Qualität durchschlägt.

Um nochmals kurz die Handlung zusammenzufassen:
Ein Mann fährt mit seinem Auto die Pakete an ihren Bestimmungsort, die kein normaler Paketdienst transportieren würde. Er hat dabei strikte Prinzipien, so fragt er zum Beispiel nie nach, worum es sich bei dem Paket handelt. Eine Eigenschaft die seinen mehr oder minder zwielichtigen Auftraggebern natürlich ganz recht kommt. Der Action-Anteil kommt dadurch zu Stande, dass ihn andere Fraktionen von der Auslieferung abhalten wollen.
Blech- und Personenschäden auf der Gegenseite sind natürlich Teil des Programms. Die trockene Art des Transporters und seine Prinzipientreue bildeten dabei wohl den größten Reiz des erfolgreichen ersten Teils.
Auf diesem Erfolgsrezept baute dann auch der nicht mehr ganz so tolle zweite Teil auf, mit dem die Serie eigentlich abgeschlossen sein sollte. Leider wurden diese berechtigten Vorsätze aus monetären Gründen überdacht und produzierten ein Machwerk, das Seinesgleichen sucht.

Die Geschichte des dritten Teils ist schnell zusammengefasst: der Transporter wird aus dem selbstgewählten Ruhestand zurückgeholt und gezwungen ein weiteres Mal zu transportieren. Als Druckmittel dient ein Armband, dass explodiert, sobald er sich zu weit vom Fahrzeug entfernt. Das gilt auch für sein Paket, die Tochter eines ranghohen Politikers, der mit ihrer Entführung erpresst wird, fragwürdige Geschäfte einzugehen. Er muss also von A nach B fahren und dabei alle möglichen Hindernisse überwinden, am Ende die bösen zur Strecke bringen und die Frau kriegen.


Das erste Mal, als ich richtig stutzig wurde, war, als der Kommissar, Freund vom Transporter, mit französischem Akzent sprach. Und das, obwohl wir uns natürlich in Frankreich befinden. Ein böses Vorzeichen, dass sich in allen kommenden Dialogen niederschlug, da auch die Qualität der Dialoge wirklich unglaublich schlecht war. Die Gespräche zwischen dem Transporter und seinem Paket drehten sich, womöglich als sehr schlechte Kopie des Pulp-Fiction-Quarterpounder-Dialogs, fast ausschließlich um gutes Essen. Wenn es nicht auf so gequälte Weise aufgesetzt und schlecht geschrieben gewesen wäre, hätte das hölzerne Schauspiel der beiden Autofahrenden an sich ebenfalls gereicht, um mich nicht glücklicher werden zu lassen.

Natürlich wird auch noch die unausweichliche Liebesgeschichte zwischen dem Transporter und seinem Paket thematisiert. Leider ebenfalls auf eine Art und Weise, die Ihresgleichen sucht. Es passte einfach nichts zusammen: Schreckliche Längen und künstlich wirkende Dialoge eines von Natur aus wortkargen Protagonisten, minutenlange quälende Liebesdialoge, die im besten Fall noch unfreiwillig komisch waren und ein Showdown, der zwar in bewährter Weise actionreich inszeniert, aber auch so vorhersehbar wie das nächste Weihnachtsfest.
Ich hatte auf bestes Popcornkino gehofft, wurde aber bitter enttäuscht und werde mir das Gesetz des dritten Teils nun hinter die sprichwörtlichen Ohren schreiben.

Übrigens lief der Trailer von Crank 2 vor dem Film, spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ich den Saal verlassen sollen (Wer nicht weiß wovon ich rede: Youtube hat ein Video vom Ende des ersten Teils).

written by: secutor // tags: kino